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Gestern nachdem ich meinen Sohn von der Ferienbetreuung holte, beschlossen wir beide unserem Lieblings-Eissalon noch einen Besuch abzustatten. Bereits davor wurden wir herzlich empfangen. Wir trafen zwei Jungs aus Yannick’s Schule. Hier spielt der Altersunterschied von ungefähr 10 Jahren absolut keine Rolle. Denn in der Karl Schubert Schule sind alle eine Familie.
Wir führten Smalltalk und schon diese paar Minuten ließen mich innerlich total aufblühen.

Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen im Inneren und gaben unsere Bestellung auf.
Ihr müsst wissen, dass Yannick sehr ungeduldig sein kann, vor allem, wenn es um Eis geht. 😉
Endlich serviert, nahm Yannick den Löffel in die Hand und versuchte selbstständig zu essen. Für ein Kind, das hyperaktiv ist und sich nur schwer konzentrieren kann, ist dies eine enorme Herausforderung. Aber es sind genau diese Momente, die ich regelrecht aufsauge, weil sie die Welt für mich bedeuten. Ziemlich lange war er geduldig bis er mich dann doch um Hilfe bat.

In diesem Moment nahm ein ungewöhnliches Paar neben uns Platz. Ich kannte sie bereits von einem vorherigen Besuch. Auch dieses Mal war die junge Dame gleich von Yannick angetan. Mein Sohn konnte nicht aufhören zu lachen und zog das Fräulein mit in seinen Bann. Ich bemerkte schon damals, dass der Mann und die Frau wohl ein Liebespaar waren, mit einem geschätzten Altersunterschied von ungefähr 20 Jahren.
Sie liebäugelte ihre frisch erworbene Stoffpuppe ganz genau und betonte immerzu, dass sie einfach nicht widerstehen konnte. Sanft streichelte sie dem Püppchen mit einem Lächeln im Gesicht über den Kopf. Ihr Partner bestärkte sie in ihrem Handeln und versicherte ihr, dass dies völlig in Ordnung war.
Wieder schenkte uns die junge Dame Aufmerksamkeit und meinte zu ihrem Freund:“ Sieh mal, auch er ist behindert, genau wie wir. Er kann nicht alleine essen, er braucht Hilfe. Ich kann das schon, auch ein bisschen schreiben. Aber lesen das kann ich nicht, da muss mir immer jemand vorlesen. Doch da kann man nichts machen, das ist halt so.“

Diese Worte trafen mich mitten ins Herz.
Es sind genau diese Erfahrungen, die mich zum Nachdenken bringen.

Genau diese Menschen, die wir behindert nennen, sind es, die keine Unterschiede machen.
Hier spielt Altersunterschied weder in der Freundschaft noch in der Liebe eine Rolle.

Genau diese Menschen, die es am Schwierigsten haben, können sich über die kleinsten Dinge erfreuen.

Genau diese Menschen, die eine Minderheit sind, würden nie schlecht über dich denken.

Genau diese Menschen, die so Vieles nicht können, lehren uns unglaubliche Dinge.

Es kommt nicht darauf an, was wir besitzen, wir können oder täglich leisten.
Denn die eigentliche Herausforderung ist es, das Leben zu genießen und da sind uns diese Menschen bei weitem voraus.

Durch Yannick habe ich das Glück in diese wertvolle Welt einzutauchen. Durch ihn verstärkt sich immer mehr mein Gefühl in diese Richtung zu gehen. Mich hier weiterzuentwickeln und mit diesen besonderen Menschen zu arbeiten. Denn dies ist bei Gott keine Last, sondern eine enorme Bereicherung in meinem Leben.

Und solange ich lebe, werde ich nicht aufhören dafür zu kämpfen, dass genau diesen Menschen ebenso viel Respekt und Wertschätzung, wie uns, entgegen gebracht wird.

❤️❤️❤️

Kategorien: Aktuelles

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