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Facebook zeigte mir heute eine Erinnerung, welche von mir VOR 7 JAHREN gepostet wurde:

Yannick muss morgen höchstwahrscheinlich operiert werden!!!!! Es ist zuviel Blut und Hirnwasser!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Schon fast vergessen hatte ich diese unglaublich schwere Zeit. Ganz stark verdrängt bis in den letzten und hintersten Winkel meiner Erinnerung.
Ich staune immer wieder, zu was der eigene Körper fähig ist, wenn der Schmerz einfach zu groß ist.
So viel haben wir mit Yannick schon erlebt. Unglaubliche Kämpfe mussten wir bereits austragen und trotzdem waren wir gezwungen weiter zu machen. Niemals hatten wir die Möglichkeit kurz auszusteigen, Dinge zu verarbeiten oder kurz zu verschnaufen. Denn wenn eine Sache von uns hingenommen wurde, kam bereits die nächste Hiobsbotschaft.

Wie auch an diesem Tag vor 7 Jahren…
Yannick hatte 2 Monate zuvor einen neurochirurgischen Eingriff, weil eine Zyste im Kopf bereits das Hirn deformierte und viel zu viel Platz in dem zarten Kopf, unseres erst 2 jährigen Sohnes, einnahm. Dieses Ding hatte bereits die Größe eines Tennisballs angenommen. Erst während der Operation wurde den Ärzten das wahre Ausmaß bewusst, da bereits ein enormer Hirndruck vorhanden war.
Die Intensivstation und die nachfolgenden Tage absolvierte Yannick mit Bravour.

Knapp 2 Monate später waren wir zu einer reinen Routinen-Untersuchung mittels Computertomografie geladen. Wir wurden gleich wieder entlassen und abends als wir gerade mit unserem wöchentlichen Einkauf beschäftigt waren, erhielt ich einen Anruf: „Wir haben bei Ihrem Sohn eine Einblutung entdeckt…bitte kommen Sie sofort zurück ins Krankenhaus!“ Ich blickte zu meinem Sohn und verstand die Welt nicht mehr. Nichts, aber rein gar nichts war ihm anzumerken.

…wie ihr dem Erinnerungs-Post entnehmen könnt, kam es zu einer Operation bei der erst sichtbar wurde, wie fortgeschritten der Hirndruck schon wieder war. Bis heute wissen wir nicht genau, was der Auslöser dafür war. Die darauffolgenden Tage waren einfach nur furchtbar, sodass ich diese auch heute
, 7 Jahre später nicht wieder abrufen möchte.

Schon damals haben wir akzeptiert, dass unser Sohn mit einer Hirnatrophie und Zyste (welche man nie entfernen können wird) geboren wurde. Dann haben wir akzeptiert, dass auch noch die Diagnose Albinismus hinzukam. Und dann erhielten wir auch noch die Nachricht: Angelman Syndrom…wir mussten von einem viel schwerwiegenderen Verlauf ausgehen als üblich, da es keine vergleichbaren Fälle gab.

Und für diese hoffnungslosen Aussichten von damals bin ich einfach nur unglaublich stolz auf unseren Sohn, denn er beweist, dass es sich lohnt zu kämpfen. Für jeden noch so kleinen Schritt, auch wenn wir oftmals nach einem Schritt vorwärts, wieder zwei zurück gehen müssen, um wieder bei null anfangen zu können.

Niemals werde ich aufhören an Yannick zu glauben. Er macht seinen Weg, in seinem Tempo, mit seinen möglichen Kräften und unserer gemeinsamen Liebe, denn mehr braucht es nicht. ..

Kategorien: Aktuelles

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